
Wenn wir im Minutentakt überflogen werden, zeigt die Messkurve beim DFLD keine Peaks an. Wie kommt das?
Die Messkurve darf als Lärmereignis nur die Flugzeuge aufzeichnen, die mindestens 15 dB(A) über dem Grundgeräusch liegen. Das ist eine DIN, die sehr wesentlich von den Lobbiysten mit bestimmt wurde. Wenn die Flugzeuge einen also in einer sehr dichten Reihenfolge überqueren, entsteht ein entsprechend hohes Grundgeräusch, von dem sich die einzelnen Flugzeuge in der Messkurve nicht mehr deutlich genug abheben. Es kann also sein, dass man über Stunden und Tage pausenlos überflogen wird, die Messkurve und die Tagesstatisik aufgrund dieser luftfahrt-freundlichen Bestimmungen aber kein einziges Flugzeug als Überflug ausweisen.
Ähnlich verhält es sich bei Flugzeugen, die keinen direkten Überflug darstellen, aber im Grundgeräusch noch deutlich zu hören sind. Auch hier werden keine Peaks in den Statistiken angezeigt.
Weitere Informationen finden Sie beim Deutschen Fluglärmdienst.
Werden die modernen Flugzeuge nicht sowieso immer leiser?
Moderne Flugzeuge sind leiser als alte. Eine MD-11 in direktem Überflug ist in der Lage, eine Unterhaltung auch in fünf Kilometern Entfernung noch stark zu stören [Quelle 1].
Nachdem die schlimmsten, einfach zu behebenden Lärmquellen durch Konstruktionsänderungen an heutigen Flugzeugen und deren Triebwerken beseitigt sind, werden die nächsten Schritte deutlich aufwändiger und kostenintensiver. Statt das notwendige Geld für weitere dringende Maßnahmen zur aktiven Lärmreduktion bereit zu stellen, haben Airbus und Boing mit ihren Großprojekten A380 und Dreamliner einen Großteil ihres Kapitals in Flugzeuge für neue Verkehrskonzepte investiert. Geld für technologische Verbesserungen zur Lärmminderung an der Quelle einzusetzen scheint aus Sicht der Flugzeughersteller im harten Wettbewerb nicht rentabel. In die derzeit noch mögliche aktive Reduzierung des Lärms darf man nicht zu hohe Erwartungen setzen, sie liegt nur im Bereich weniger Dezibel [Quelle 2 & Quelle 3].
Der Ausdruck „Flüsterflugzeuge" erzeugt eine völlig verfehlte Erwartungshaltung.
Wie halte ich mich zum Thema Fluglärm auf dem Laufenden?
Mittlerweile gibt es unzählige Internetseiten, Presseberichte und vieles mehr zum Thema Fluglärm in Rheinhessen und Mainz.
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Lernen unsere Kinder schlechter, wenn sie Fluglärm ausgesetzt sind?
In einer Studie zur Verlegung des Flughafens München wurden Kinder untersucht, die entweder am stillgelegten oder neuen Flughafen wohnen. Beiden Gruppen wurden schwierige Aufgaben gestellt. Dem Fluglärm ausgesetzte Kinder gaben schneller auf, waren weniger konzentrationsfähig, nervös, unausgeglichen, zappelig und verloren schneller die Geduld. Im Blut wurden bei Fluglärmkindern mehr Stresshormone nachgewiesen. Je länger die Kinder im Fluglärmgebiet wohnten, umso höher stiegen die Blutdruckwerte. Bei Nachtflugbetrieb traten Schlafstörungen auf. Bei den Kindern in der Nähe des stillgelegten Flugplatzes verbesserten sich nach einiger Zeit das Kurz- und Langzeitgedächnis ebenso wie die schulischen Leistungen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologische_Auswirkungen_des_Luftverkehrs
Es sind doch nur ein paar Flugzeuge mehr. Warum sollen wir uns hier engagieren?
Der Flugverkehr über Rheinhessen wird in den nächsten zehn Jahren massiv zunehmen. Neue und ggf. weiter angepasste Flugrouten sowie die ständige Absenkung der Überflughöhen bei Start und Landung werden auch Gemeinden stark belasten, die heute noch vermeintlich ruhig sind.
Die geplante deutliche Erhöhung der Passagierzahlen, die mit der Eröffnung des Abflugbereiches Z im Terminal 1 Mitte 2012 beginnt und mit dem Bau des Terminal 3 weiter geht, werden die Flugzeugdichte nochmal deutlich erhöhen.
Flughöhen deutlich unter zwei Kilometern, bereits 70 km vor dem Flughafen, führen zu großflächigen gesundheitsrelevanten Fluglärm- und sonstigen Emissionspegeln. Viele moderne Flughäfen weltweit benötigen erst kurz vor der Landung das Absinken der Flugzeuge aus großer Höhe und erlauben den steilen Aufstieg bis zur Reiseflughöhe.
Nicht so bei uns. Durch die neue Südumfliegung wird Rheinhessen massiv mit landenden und startenden über die Maßen belastet, da durch Kreuzungspunkte im Routensystem nicht kontinuierlich an Höhe gewonnen werden kann, sondern mit voller Triebwerksleistung über Rheinhessen in konstanter niedriger Höhe geflogen werden muss. Erste Tests im Juni 2011 haben einen Vorgeschmack auf die zukünftige Situation gegeben.
Nur in gemeinsamer Solidarität können wir für die gesamte Region etwas bewirken. Dafür brauchen wir das Engagement aller. Sonst werden wie immer die, die sich nicht beschweren am Ende die Verlierer sein.
Weitere Details finden Sie unter dem Reiter 'Fakten'.
Warum ist die geplante Fluglärm-EU-Richtlinie so gefährlich?
- Die Richtlinie sieht Betriebsbeschränkungen nur als letztes Mittel vor, richtet sich also gegen ein Nachtflugverbot.
- Der Vorschlag basiert auf Fakten von vor über 30 Jahren. So werden z.B. Luftschadstoffe (Abgase, Feinstaub) nicht erwähnt.
- Der Vorschlag hebelt die jeweils aktuelle Situation in den Mitgliedsstaaten aus, d.h. er würde auch die in Deutschland mühsam erkämpften Erfolge zunichte machen (Umdenken der Politik, der DFS, Nachflugverbot, etc.)
- Ziel der Luftfahrtindustrie ist, dies vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig zu realisieren, um damit die Interessen hinsichtlich der Aufhebung des Nachtflugverbotes durchzusetzen. Durch diese Strategie verfolgen die Lobbyisten mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln die Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen. Sie ignorieren das Bedürfnis der Menschen nach gesundem und lebenswertem Leben in der Region.
Wir haben eine sehr gute Zusammenfassung und Auswertung des Vorschlages für Sie zur Verfügung gestellt (danke an Herrn Schmidt).
Den gesamten Vorschlag an die EU finden Sie hier.
Schicken Sie eine Email zur Verhinderung des Vorschlages an entscheidende Stellen. Wir haben dazu ein Musterschreiben bereit gestellt (danke an die BBI).


