Ziele
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Ideen zur Fluglärmminderung

Das Expertengremium Aktiver Schallschutz hat ein 1. Maßnahmenpaket zur Reduzierung des Fluglärms präsentiert. Dies ist aus unserer Sicht völlig unzureichend und belastet Rheinhessen zusätzlich.

Im Hearing (also der Anhörung) am 15.09.2010 zum 2. Maßnahmenpaket "Aktiver Schallschutz" hat die Verbandsgenmeinde Bodenheim mit Mandat der VG Nierstein-Oppenheim und VG Nieder-Olm unsere Forderungen vorgebracht. Wir haben auch zahlreiche Vorschläge zur Umsetzung dieser Forderungen aufgezeigt und noch nachgereicht. Da sich dieses Expertengremium nicht mit Punkt 1 unserer Ziele beschäftigt, zielen unsere Vorschläge auf Punkte 2 und 3, also u.a.:

  • Continous climb departure, also einen deutlich längeren Steilstart
  • Continous decent approach, also die Landung analog einem Segelflugzeug aus großen Höhen mit minimaler Triebwerksleistung
  • Weitere Anhebung des Gegenanfluges auf den Flughafen (sofern dieser nicht verkürzt oder aufgelöst werden kann)
  • Tempolimit auf dem Gegenanflug zum Flughafen von 210 Knoten (schnelle Flugzeuge sind lauter)
  • Einführung von berechenbaren und für alle gleichlanger Lärmpausen
  • Deckelung der Flugbewegungen auf 380.000 pro Jahr, um den medizinischen Erkenntnissen zu folgen.

 

Über die Dauer der Beratung dieser Vorschläge in den entsprechenden Gremien und mögliche Ergebnisse konnte noch nichts in Erfahrung gebracht werden.

Wir haben hier einige Ideen zusammengetragen, die den Fluglärm in Rheinhessen mindern können und die wir zur Beratung in die Fluglärmkommission gegeben haben. Weitere Ideen sind willkommen.

Fluglärmreduzierende Maßnahmen haben dabei, da sie allen helfen, natürlich Vorrang vor der dann notwendigen gleichmäßigen Verteilung oder vor Routenoptimierungen, um Lärmpausen für alle zu schaffen.

Wir haben schon viel erreicht

Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet haben durch den Ausbau mehr Lärm bekommen. Das ist leider Fakt.

Ebenfalls Fakt ist, dass die Südumfliegung ein reines Lärmverschiebungsinstrument ist und daher als Maßnahme zur Lärmreduzierung völlig unttauglich und abzulehnen ist.

Dennoch hat das Engagement der vielen Bürgerinitiativen und Privatpersonen schon einiges erreicht. Die Situation wäre ohne diese Erfolge noch deutlich schlimmer, als sie ohnehin schon ist.

 

Wir haben schon viel erreicht

 

Die Situation wäre ohne diese Erfolge noch deutlich schlimmer, als sie ohnehin schon ist. Daher halten wir weiter an unseren Zielen fest und kämpfen für eine ruhigere Zukunft.

 

Unsere Ziele

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, unsere Region (Rheinhessen und Mainz) lebenswert zu erhalten. Der Flughafen ist für unsere Region wichtig, ein weiteres Wachstum ist aber wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Jetzt müssen die Menschen in unserer Region und deren Gesundheit im Vordergrund stehen, d.h. der Schutz der Bevölkerung vor Emissionen, Gesundheitsgefährdungen und Vermögensverlusten muss Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen haben. 

Wir setzen uns ein für:

  1. Fluglärm verhindern
    • Dazu gehört z.B. die Verhinderung des Ausbaus (den jetzigen und zukünftigen - siehe Terminal 3 und ggf. weitere Start- und Landebahnen) und
    • ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr in Kombination mit einer starken Verminderung der Flugbewegungen zwischen 18 - 22 Uhr.
    • Deckelung der Flugbewegungen auf ein Maß, dass die aktuellen medizinischen Erkenntnisse berücksichtigt (380.000 pro Jahr).

  2. Fluglärm reduzieren
    • Nutzung aller technischen Möglichkeiten, um lärmärmere An- und Abflugverfahren, wie Continuous Descent Approach, ganztägig einzuführen.
    • Begrenzung des Flugverkehrs und des Fluglärms über Wohngebieten.
    • Schärfere Lärmgesetzgebung, mit einklagbaren Höchstgrenzen auch für Einzelschallereignisse, wie es das Bundesumweltamt und die WHO fordern. Schutz muss bei 40 db(A) beginnen.
  1. Faires Flugroutenkonzept in gemeinsamer und solidarischer Abstimmung mit allen Anrainern von Nord bis Süd und Ost bis West zu einem tragfähigen Kompromiss
    • das Recht auf gesundheitliche Unversehrtheit gilt für alle Menschen gleich, daher darf sich die Routenplanung nicht an der Bevölkerungsdichte orientieren
    • Berechenbare Lärmpausen, auch unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte, muss allen Menschen im gleichen Maße zugestanden werden.


Ein faires Flugroutenkonzept ist nicht zu verwechseln mit Verschiebung von Lärm. Verschiebung ist keine Lösung. Es ist aber wichtig, dass alle Menschen gleich sind und die gleichen Rechte hinsichtlich Gesundheit, Unversehrheit und Ruhe haben.
Es geht also nicht darum, die Länge der Lärmpausen unter der einen Route genauso lang zu machen, wie unter der anderen, sondern darum, allen Menschen um den Flughafen, ob Sie unter einer Route leben oder nicht, das gleiche Recht auf Ruhe zuzugestehen. Auch wenn das dazu führt, dass keine Flugrouten an oder über bewohntes Gebiet führen darf.